Anmerkungen zu „Tennis-Akademien“

27. Juli 2018

Im Zusammenhang mit Thiems Erfolgen liest man seit einiger Zeit von einem „Tennis-Boom“. Kürzlich meinte ein prominenter Tennis-Insider in einem Interview sogar, dass wegen der großen Nachfrage den Tennis-Akademien bereits Trainer fehlen würden.

Meine Meinung dazu ist: Mangel an Trainern gibt es im Tennis schon seit mehr als 20 Jahren, und was die „Akademien“ betrifft, so fehlen diesen nicht so sehr die Trainer, sondern eher wirkliche Talente. Sehr überspitzt formuliert: Man hat mitunter den Eindruck, es gäbe mehr „Akademien“ als hoffnungsvolle Juniors.

Natürlich gibt es im In- und Ausland ausgezeichnete Initiativen, die seit vielen Jahren hervorragend, seriös und erfolgreich arbeiten – manchmal muss man aber die Qualität ebenso anzweifeln wie den pompösen Sprachgebrauch:

Immerhin leitet sich „Akademie“ davon ab, dass sich im alten Griechenland an einem bestimmten Ort sehr gescheite Menschen trafen, um zu philosophieren: Akademeia hieß die Lehrstätte Platons, weil diese in einem dem Heros Akademus geweihten Hain lag.

Wenn ein Trainer, der im Club oder auf einer kommerziellen Anlage engagiertes Kindertennis anbietet, muss er sich nicht minderwertig fühlen, wenn er dazu „nur“ Club-Training oder Tennisschule sagt. Schließlich kommt es auf den Einsatz und die Einstellung an und nicht auf das Etikett, auch wenn dieses bei der Vermarktung helfen mag.

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Das Wort „Akademie“ stammt aus einer Zeit, als gescheite Menschen zusammenkamen, um ihr Wissen zu vermehren. Gelegenheit dazu gibt es auch heutzutage, zum Beispiel bei Fortbildungen des STTV oder des ÖTV, übrigens am 13.10. in Salzburg.

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Hannes Zischka - der Tennisprofi
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