"Wir sind gesund gewachsen"

Im Interview „tennis-MAGAZIN“-Chefredakteur Andrej Antic spricht Hannes Zischka über die Anfänge, seine Motivation, über schwierige Zeiten und Erfolge sowie den Tennissport im Allgemeinen.

Andrej Antic: Eure Tenniscamps weisen jährliche Zuwachsraten von mehr als 10 Prozent auf. Zuletzt übersprang man erstmals die Marke von 15.000 Jahres-Gästen. Ist das ein Thiem- und Zverev-Effekt, gibt es einen neuen Tennisboom, der sich auch auf Tenniscamps auswirkt?
Hannes Zischka: Die derzeit gute Tennis-Stimmung und die breite Berichterstattung sind ein Vorteil, aber die besten Vorbilder helfen nicht, wenn das Angebot nicht stimmt oder die Sportart nicht attraktiv ist. Tennis kann man in jedem Alter und auf jedem Level spielen, ganzjährig und zu erschwinglichen Preisen. Außerdem ist Tennis leicht erlernbar und gesund.

Gab es auch Zeiten, wo es nicht so steil nach oben ging, gab es auch kritische Situationen?
Das war natürlich in den 90er-Jahren der Krieg in Jugoslawien. Es war doppelt
bitter: Das eben erst Aufgebaute war völlig in Frage gestellt und – noch viel schlimmer! – die Menschen, auch Mitarbeiter und Partner, standen plötzlich vor dem Nichts.

Zischka Sportreisen ist damals als einer der ganz wenigen Reiseveranstalter im Land geblieben, war das nicht sehr riskant?
Abgesehen von der Pflicht, unseren Freunden gegenüber loyal zu bleiben, Hoffnung zu geben, Einkünfte und Arbeit zu sichern, waren wir uns sicher, dass Istrien vom Krieg verschont bleibt, und wir waren uns sicher, dass es nirgendwo besser ist, Tenniscamps anzubieten.

Was prädestiniert diese Region für Tenniscamps?
Es gibt nirgendwo in Europa so viele Sandplatzanlagen in dieser Qualität, in herrlicher Lage am Meer und an den Hotels, und zu diesem guten Preis-Leistungsverhältnis, wie entlang der slowenischen und kroatischen Küste. Dazu kommen die leichte Erreichbarkeit, die herrliche Natur, interessante Städte, und ganz allgemein auch die große Sicherheit. Auch kulinarisch hat sich die Region extrem positiv entwickelt und steht für Olivenöl, Trüffel und Schinken ebenso wie für Meeresfrüchte aber auch exzellenten Wein.

Und was ist die spezielle Stärke eurer Camps?
Unser Motto MEER TENNIS beschreibt das Wesentlichste: Unsere Gäste spielen an herrlichen Plätzen an der Küste Sloweniens und Kroatiens und – wenn sie wollen – auch mehr Tennis als anderswo. Die insgesamt 190 Sandplätze und die Hotelanlagen unserer 17 Camps sind top, das Trainingsangebot ist maßgeschneidert für jede Spielstärke, es gibt aber auch individuelle Angebote für Gruppen und Mannschaften sowie Turniere und Tennisevents.

Warum ist der Stammgast-Anteil bei euch besonders hoch?
Die Zufriedenheit ist so gut, weil die Qualität konstant hoch ist. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist unsere Größe: Nur diese ermöglicht die für einen Tennisurlauber so wichtigen Leistungen wie gleiche Trainingszeiten mit dem Partner, Homogenität der einzelnen Trainingsgruppen, attraktives Freispiel oder sinnvolle Matchpraxis-Einheiten mit gleich guten Partnern.

Gerade die Größe wird von Konkurrenten immer wieder als Kritik angeführt.
Wie gesagt: Unter einer bestimmten Teilnehmerzahl kann man einige entscheidende Leistungen nicht mehr erbringen. Außerdem sorgen unsere vielen Stammtrainer dafür, dass die Atmosphäre auch bei großen Teilnehmerzahlen herzlich und persönlich bleibt.

Was ist nach mehr als 30 Jahren als Veranstalter noch immer Motivation, sich stets weiter zu verbessern?
Dass wir mit unseren Camps den Tennissport fördern und dass wir noch immer viele Ideen für sinnvolle Programme und Angebote haben. Das geht über die üblichen Trainings-Camps hinaus, etwa mit maßgeschneiderten Matchpraxis-Programmen, neuen
attraktiven Turnier-Formaten, der Initiative „Welcome Tennis Kids“ oder mit Programmen für Mannschaftsführer.

Ihren Beitrag zum Tennissport haben Sie ja auch als Funktionär geleistet. Sie haben 12 Jahre den Steirischen Tennisverband geleitet, sind dessen Ehrenpräsident und waren auch im Österreichischen Tennisverband in Spitzenpositionen.
In meinen 4 Amtsperioden als Präsident von 2000 bis 2012 war vor allem der damalige Rückgang im Tennis die große Herausforderung. Diesen mit sinnvollen Maßnahmen zu stoppen, war das Ziel.

Zum Beispiel?
Die moderne Darstellung und Organisation des gesamten Meisterschafts- und Turnbierbetriebes im Internet wurde damals eingeführt und brachte ebenso eine Trendumkehr wie neue Durchführungsbestimmungen, zum Beispiel die Aufwertung der Doppel-Spiele.

Zischka steht ja auch für das ITN-Spielstärkesystem!
Besonders stolz bin ich auf die Durchsetzung des vom Weltverband ITF initiierten Spielstärkegrad-Systems in Österreich. Ja, da waren wir federführend. Daraus wurde die erfolgreichste Innovation der letzten Jahrzehnte und aus meiner Sicht eines der besten, weil aussagekräftigsten Spielstärkegrad-Systeme weltweit.

Welche Akzente gab es im Turnierwesen?
Unter anderem wurde die Senioren-Tennisszene durch die „Zischka ÖTV Seniors Trophy“ stark belebt. Hier führten wir einen neuen Modus ein, der mindestens 2 Matches garantiert und für schwächere wie starke Spieler gleichermaßen sinnvoll ist.

Gibt es auch im Jugendbereich Initiativen?
Hier steht die Akademie rund um unseren Club, den TC Jugendparadies im Zentrum. Während der letzten 30 Jahre schafften es 12 Mädchen und Burschen zu  Staatsmeisterehren. Im Breitensport sind wir mit dem Kids Tennis Club aktiv.

Was sind die heutigen Herausforderungen?
Die größte Herausforderung ist, das richtige Team zu finden. Denn eines ist leider der Fall: Der Tennis-Rückgang zwischen 1995 und 2015 hat nicht nur dazu geführt, dass es weniger Spieler gab, sondern dass auch weniger Trainer diesen Beruf anstrebten. Wir haben ein ausgezeichnetes Stamm-Team, aber wir müssen dieses immer wieder ergänzen, um den Ansprüchen gerecht zu werden.

Welche Ansprüche sind das insbesondere?
Das Entscheidende, neben den selbstverständlichen sozialen Qualitäten, ist eine sinnvolle Methodik: Jeder Tennisgast ist individuell zu sehen, hinsichtlich Charakter, Ziele und vor allem persönliche Reserven. Das Schlimmste sind Trainer, die alle gleich behandeln und immer das gleiche Programm abspulen, ohne Rücksicht auf jede Individualität.

Gibt es so etwas wie ein Schlüsselerlebnis als Basis für diesen jahrzehntelangen Erfolg?
Wenn man zum Beispiel ein Grand Slam-Turnier besucht, dann bekommt man schon eine Gänsehaut: Man sieht und fühlt, welche Bedeutung unser Sport hat und zieht daraus große Motivation. Das gilt auch für ITF-Kongresse, auf denen man auf Kollegen aus der ganzen Welt trifft, um sich weiterzubilden.

Zum Abschluss: Welcher Erfolg macht besonders stolz?
Dass wir gesund gewachsen sind, step by step. Durch viele einzelne zufriedene Gäste und nicht auf Basis von Großveranstaltungen. Und stolz bin ich natürlich vor allem auf die lange Zusammenarbeit mit unseren großartigen Hotel- und Tennisanlagen-Partnern!


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